BEYZA KARA: „ICH WAR VOLLER EMOTIONEN“

HSV-Fußballerin Beyza Kara war zuletzt mit dem türkischen U19-Nationalteam unterwegs. Auch wenn das Team die Qualifikation zur Europameisterschaft verpasste, nimmt die 18-Jährige Hamburgerin positive Erinnerungen mit, wie sie im Interview verrät.

Beyza, im April hast du mit dem türkischen U19-Nationalteam drei Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft absolviert. Beim ersten Spiel gegen Zypern hast du zwei Tore zum 3:2-Sieg beigesteuert. Wie hast du diese Partie in Erinnerung?
Wir mussten dieses Spiel gewinnen, um die Chance auf die Europameisterschaft zu wahren und uns auch schon für die nächste Qualifikation eine gute Ausgangsposition zu sichern. In der fünften Minute habe ich das 1:0 erzielt, mein erstes Tor im Nationaltrikot – da war ich natürlich voller Emotionen. Kurz darauf haben wir das 1:1 bekommen, bei vielen meiner Teamkolleginnen gingen da schon die Köpfe runter. Dann habe ich aus 20, 30 Metern abgezogen und das 2:1 markiert – Zypern hat aber erneut ausgeglichen. Am Ende konnten wir doch noch den 3:2-Siegtreffer erzielen. Wir alle haben an uns geglaubt und wollten unbedingt die drei Punkte holen - das haben wir geschafft.

Wie ging es weiter?
Im zweiten Spiel gegen Israel mussten wir ebenfalls gewinnen. Das 0:1 konnten wir kurz vor der Pause sogar noch ausgleichen, am Ende hat Israel aber mit 2:1 gewonnen. Israel war an diesem Tag kein unschlagbarer Gegner, aber wir haben uns nicht clever genug angestellt. Dieses Spiel zu verlieren, hat extrem wehgetan. Beim 9:1 im letzten Spiel gegen Albanien habe ich wieder ein Tor erzielt, am Ende hat es aber nicht für die EM-Quali gereicht.

Welche Erinnerungen nimmst du dennoch von dieser Reise mit?
Ich bin sehr dankbar, dass ich eingeladen wurde. Es ist eine große Ehre, das Nationaltrikot zu tragen. Aus dem ersten Spiel gegen Zypern habe ich mitgenommen, dass man niemals aufgeben darf. Wir haben in diesem Spiel 90 Minuten für den Sieg gearbeitet und uns am Ende dafür belohnt.

Dein erstes Länderspiel hast du bereits 2018 gegen Moldawien absolviert, damals noch für die U17. In der Zwischenzeit hast du dich in die Startelf des U19-Nationalteams gespielt. Wie bewertest du deine bisherige Zeit im Nationaltrikot?
In der U17 habe ich zu den Führungsspielerinnen gehört. Seit meiner ersten Einladung wurde ich immer nominiert, wenn Lehrgänge anstanden – auch wenn ich manchmal absagen musste. Beim U19-Lehrgang in Dänemark Anfang dieses Jahres habe ich im ersten Spiel zehn Minuten gespielt, in der zweiten Partie kam ich zu keinem Einsatz, im dritten Spiel stand ich in der Startelf. Seitdem habe ich mich enorm weiterentwickelt und nehme eine noch wichtigere Rolle ein.

Wie geht es für dich im Nationaltrikot weiter?
Altersbedingt waren die Partien im April meine letzten Spiele für die U19. Da es keine höheren Juniorinnenteams bei uns gibt, ist der nächste Schritt das A-Nationalteam. Mein Ziel ist es, diesen Schritt zu schaffen. Im Juni steht dort der nächste Lehrgang an – ich hoffe, dass ich dabei bin. Das Feedback meiner Trainer im Nationalteam war zuletzt auf jeden Fall sehr positiv.

Im Liga-Alltag spielst du mit den HSV-Frauen in der Regionalliga Nord. Was bedeutet es für dich, als Hamburgerin die Raute tragen zu können?
Das macht mich sehr stolz. Ich freue mich jedes Mal, auf dem Platz zu stehen und mit meinem Team alles zu geben. Ich bin 2017 zum HSV gekommen und habe aus meiner Sicht insbesondere in dieser Saison noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Die Möglichkeit, beim HSV intensives Krafttraining zu absolvieren, hilft mir beispielsweise enorm weiter.

Am Wochenende geht es für euch gegen den TV Jahn Delmenhorst. Wie blickst du auf diese Partie voraus?
Im Hinspiel mussten wir kurz vor Schluss das 2:2 hinnehmen, das lief sehr unglücklich. Ich bin froh, nach meiner Reise mit dem Nationalteam wieder zurück in Hamburg zu sein und bin heiß darauf, die drei Punkte hier zu behalten.